Die richtige Rahmengröße wählen
Einen hinterleuchteten Rahmen in der richtigen Größe zu wählen, ist nicht ganz dasselbe wie die Wahl eines herkömmlichen Bildmaßes. Der Rahmen nimmt nicht nur Platz an der Wand ein – er beleuchtet sie auch. Die Frage ist also nicht nur „Was passt?“, sondern „Wie viel Lichtschein möchte ich in diesem Raum und von welcher Stelle aus?“.
Als grober Anhaltspunkt: Hängt ein Werk für sich allein, lieben wir es, wenn der Rahmen etwa zwei Drittel der Breite des darunter stehenden Möbels einnimmt. Über einem Sofa von 220 cm liegen Sie mit 120×80 cm oder größer goldrichtig. Über einer Konsole von 90 cm wirkt ein 60×90 cm im Hochformat wunderschön.
Im Schlafzimmer empfehlen wir, eher kleiner zu planen, als man denkt. Ein 40×60 cm oder 50×50 cm über dem Nachttisch, auf zwanzig oder dreißig Prozent gedimmt, wird zu einem Nachtlicht, das man tatsächlich brennen lassen möchte. Alles, was größer ist, riskiert die Hauptrolle zu übernehmen, wenn der Raum eigentlich nach einer Nebenrolle verlangt.
Im Flur gewinnt das Hochformat fast immer gegenüber dem Querformat. Versuchen Sie ein 70×100 cm oder 80×120 cm auf Augenhöhe, zentriert auf dem längsten ununterbrochenen Wandstück. Die schmale Grundfläche lässt den Flur weit wirken, und das vertikale Licht leitet Sie abends durch den Raum.
Über einem Esstisch streben wir nach einem Rahmen, der die Proportionen des Tisches widerspiegelt. Ein quadratisches 100×100 cm über einem runden Tisch; ein 120×80 cm im Querformat über einem langen rechteckigen Tisch. Hängen Sie ihn niedriger auf, als Sie ein Gemälde aufhängen würden – etwa 70 cm über der Tischplatte –, damit der Schein die Oberfläche erreicht, auf der tatsächlich gegessen wird.
Bei einer Galerie-Anordnung mit mehreren Rahmen: Mischen Sie ruhig Formate, aber bleiben Sie bei einer Rahmenfarbe. Zwei Quadrate von 50×50 cm um ein Hochformat von 70×100 cm, alle in Schwarz, wirken wohlüberlegt. Dieselben drei Maße in gemischten Finishes wirken meist unruhig.
Und wenn Sie zwischen zwei Größen schwanken: Wählen Sie die größere. Ein etwas größerer Rahmen wirkt immer wie eine bewusste Entscheidung. Ein etwas zu kleiner Rahmen wirkt fast immer zögerlich.